Die eigene, ferne Welt
Hallo, da sind wir wieder.
Ach, hatte ich das nicht erzählt?
Wir waren für zwei Wochen im Urlaub, auf dem Planeten Sla-Göcks.
Durch irgendeine Verschiebung im Raum-Zeit-Gefüge konnten wir da relativ günstig hinreisen, Interstellarflug mit Vollverpflegung ohne Kinderaufpreis.
Der Planet an sich ist nicht großartig anders als die Erde. Gut, die Leute dort haben alle blaue Haut und keine Haare, dafür aber bunte Augen, einen dritten Arm hinter dem Kopf und sehr gute Manieren. Wir hatten zunächst große Probleme mit der Verständigung – bis Henri anfing in seinem Baby-Kauderwelsch zu brabbeln.
„Ooouuuaahoo, tglll, nanananan“, sagte er, und: „Hrrrmmmmbbsch.“
„Tglll, nananan“, antwortete ein azurblauer Sla-Göcksianer, machte mit freundlichem Lächeln eine tiefe Verbeugung und bat uns mit einer schwungvollen Geste in sein aus großen roten, blauen und gelben Holzklötzen gebautes Haus. Er deutete mit beiden Händen auf sich selbst und sagte: „Tla-Nnng.“ Was dann wohl sein Name war.
Henri kiekste vor Vergnügen, zeigte auf typische architektonische Merkmale und rief immer wieder: „Sla-Göcks.“ Und der Sla-Göcksianer nickte zufrieden.
Dann fragte Tla-Nnng: „Giiiii pffffrrr haaiiiooouu?“ Wir Eltern zuckten ratlos mit den Schultern. Henri dagegen antwortete souverän: „ Hiaa dedadaa. Ouuuh, ifffa.“
Tla-Nnng klatschte vor Freude in alle drei Hände (immer abwechselnd mit den beiden äußeren in die mittlere) und winkte uns dann einen Korridor entlang, an dessen Ende er uns ein großes Schlafgemach mit großen Aussichtsfenstern auf die Spielteppichwiesen von Sla-Göcks präsentierte. „Wahnsinn“, sagte ich. „Hirrbfffta, tglll“, dankte Henri überschwänglich unserem Gastgeber, der beschämt auf seine kreisrunden Füße sah.
Die zwei Wochen in Tla-Nnngs Haus vergingen wie im Interstellarflug. Der Abschied war herzlich, von zwei- bis dreiarmigen Umarmungen und regenbogenbunten Tränen begleitet. Auf dem Rückflug grinste Henri sehr zufrieden vor sich hin, ein Wissen jenseits unseres Wissens hinter seiner kleinen Eierschalenstirn.
Seine Mutter war völlig fassungslos. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass wir gerade auf einem Planeten waren, wo alle Bewohner sich in Babysprache unterhalten. „Das heißt, dass er tatsächlich die ganze Zeit mit uns spricht, dass er uns etwas zu sagen versucht. Und wir haben das als Gebrabbel abgetan. Oh Gottogottogott!“
„Tglll, nananan“, sagte ich.
Ach, hatte ich das nicht erzählt?
Wir waren für zwei Wochen im Urlaub, auf dem Planeten Sla-Göcks.
Durch irgendeine Verschiebung im Raum-Zeit-Gefüge konnten wir da relativ günstig hinreisen, Interstellarflug mit Vollverpflegung ohne Kinderaufpreis.
Der Planet an sich ist nicht großartig anders als die Erde. Gut, die Leute dort haben alle blaue Haut und keine Haare, dafür aber bunte Augen, einen dritten Arm hinter dem Kopf und sehr gute Manieren. Wir hatten zunächst große Probleme mit der Verständigung – bis Henri anfing in seinem Baby-Kauderwelsch zu brabbeln.
„Ooouuuaahoo, tglll, nanananan“, sagte er, und: „Hrrrmmmmbbsch.“
„Tglll, nananan“, antwortete ein azurblauer Sla-Göcksianer, machte mit freundlichem Lächeln eine tiefe Verbeugung und bat uns mit einer schwungvollen Geste in sein aus großen roten, blauen und gelben Holzklötzen gebautes Haus. Er deutete mit beiden Händen auf sich selbst und sagte: „Tla-Nnng.“ Was dann wohl sein Name war.
Henri kiekste vor Vergnügen, zeigte auf typische architektonische Merkmale und rief immer wieder: „Sla-Göcks.“ Und der Sla-Göcksianer nickte zufrieden.
Dann fragte Tla-Nnng: „Giiiii pffffrrr haaiiiooouu?“ Wir Eltern zuckten ratlos mit den Schultern. Henri dagegen antwortete souverän: „ Hiaa dedadaa. Ouuuh, ifffa.“
Tla-Nnng klatschte vor Freude in alle drei Hände (immer abwechselnd mit den beiden äußeren in die mittlere) und winkte uns dann einen Korridor entlang, an dessen Ende er uns ein großes Schlafgemach mit großen Aussichtsfenstern auf die Spielteppichwiesen von Sla-Göcks präsentierte. „Wahnsinn“, sagte ich. „Hirrbfffta, tglll“, dankte Henri überschwänglich unserem Gastgeber, der beschämt auf seine kreisrunden Füße sah.
Die zwei Wochen in Tla-Nnngs Haus vergingen wie im Interstellarflug. Der Abschied war herzlich, von zwei- bis dreiarmigen Umarmungen und regenbogenbunten Tränen begleitet. Auf dem Rückflug grinste Henri sehr zufrieden vor sich hin, ein Wissen jenseits unseres Wissens hinter seiner kleinen Eierschalenstirn.
Seine Mutter war völlig fassungslos. Sie konnte immer noch nicht glauben, dass wir gerade auf einem Planeten waren, wo alle Bewohner sich in Babysprache unterhalten. „Das heißt, dass er tatsächlich die ganze Zeit mit uns spricht, dass er uns etwas zu sagen versucht. Und wir haben das als Gebrabbel abgetan. Oh Gottogottogott!“
„Tglll, nananan“, sagte ich.
Jens Clasen - 27. Aug, 08:26
