14
Okt
2008

Unten drunter und zurück

Ja, hallo. Ist ein Weilchen her, ich weiß.
Aber glauben Sie, ich verkünde hier großartig VORHER, dass wir für 5 Wochen nach Australien fliegen? Am besten noch unter Angabe der Adresse und aller Geheimverstecke für Wertsachen?! Darauf lauert die Einbrecher-Mafia-Gemeinde doch nur!
Anyway, wir sind wieder da, und hier kommen gleich meine 10 ultimativen Tipps für Fern-Flugreisen mit Kleinstkindern:
- Sie fliegen mehr als 12 Stunden? Buchen Sie einen Zwischenstopp mit Übernachtung! Den üblichen Komfort (Bordkino, Spielekonsole, Rotwein, Schläfchen) können Sie knicken, und auch Ihr Kind wird schnell merken, dass ein Airbus nicht das großartige Spielzeug ist, nach dem er zunächst aussah. Folge: Alarm. Spätestens nach der 10. Stunde werden Sie sich wünschen, dass die Maschine abstürzt, einfach damit Ruhe ist. Sie werden den Crash herbeisehnen und ihn sich in allen Farben ausmalen – und das ist ein Gemütszustand in dem Sie nicht allzu lange verweilen wollen, glauben Sie mir!
- Nehmen Sie ausreichend Spielzeug mit – und zwar ins BORDGEPÄCK! Sie werden es brauchen.
- Vertrauen Sie nicht auf das von den Airlines vollmundig angekündigte "Baby Meal". Für Babys gibt es meist nur zwei Sorten wässrigen Gläschenbrei. Besser die Lieblingsgläschen Ihres/r Kleinen mitnehmen, das ist trotz Sicherheitswahn-bedingten Flüssigkeitsverboten meist kein Problem. Wichtig: Frühzeitig den Flugbegleitern zum Erwärmen geben , an Bord gibt es keine Mikrowelle, nur laues Wasserbad!
- Buchen Sie für Ihr Kind nur dann einen Sitzplatz, wenn Sie ihn wirklich benötigen. Für Henri reichte das "Baby Bassinette" vollkommen aus. Er schlief darin bequem – und wenn er wach war, krabbelte er eh herum oder bekletterte seine Eltern. Wofür Sie das Geld, das Sie am Sitzplatz sparen, ausgeben sollen? Mehr Spielzeug.
- Bringen Sie die Dinge gegenüber Mitpassagieren offen zur Sprache. Vertrauen Sie nicht darauf, dass sich eventuelle Sitznachbarn in einem halbleeren Flieger von selbst auf einen anderen Platz setzen. Manche Menschen suhlen sich lieber im Selbstmitleid und rollen über das unvermeidliche Kindergeschrei die Augen, als selbstinitiativ die Stewardess auf mögliche freie Sitze anzusprechen. (In unserem Fall blieb die Dame auf ihrem Platz in der 3er-Reihe neben uns sitzen, obwohl sie nur eine Reihe weiter nach hinten hätte wandern müssen, um diese ganz für sich zu haben. Wenn sie nicht gerade die Augen verdrehte, lutschte sie Tabletten gegen ihre Halsentzündung, die wir jetzt auch alle haben.) Ein freundliches: "Wollen Sie sich nicht lieber in die freie hinter uns setzen?" löst viele Probleme, die Sie nicht haben müssen.
- Nehmen Sie kein Buch mit. Schauen Sie gar nicht erst ins Filmprogramm. Sie lesen ja auch sonst nicht das Konzertprogramm von New York, um zu sehen, was Sie alles verpassen oder?
- Versuchen Sie nicht, alles anders und besser und mitpassagierverträglicher zu machen als die Eltern, die Ihnen auf Ihren früheren Reisen als kinderloser Single mit ihren tobenden Bälgern so auf den Geist gingen. Es wird Ihnen nicht gelingen und setzt Sie nur unnötig unter zusätzlichen Druck. Denken Sie einfach daran: Sie SIND jetzt diese Eltern – und die kinderlosen Singles werden Sie eines Tages verstehen, wenn sie selbst Kinder haben. (In der Zwischenzeit haben die kinderlosen Singles als Entschädigung das Filmprogramm, den Rotwein, die Freiheit eines echten Urlaubs, jede Nacht 9 Stunden Schlaf und jede Menge Konzerte in New York.)
- Warten Sie mit dem Wickeln nicht zu lang. Besser üben Sie das Hantieren im ultra-engen Flugzeug-WC ein paar Mal unnötig, als untrainiert mit einer berstend vollen Windel am Kind dort zu scheitern. Kleiner Tipp: Nehmen Sie ein kleines Spielzeug mit, um den Kleinen ein wenig zu beschäftigen, sonst rollt er sich im Nu von der winzigen Wickelfläche. (Zur Not tut es auch einer der Pappbecher neben dem WC-Spiegel.)
- Wechseln Sie sich mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin bei den Mahlzeiten ab. Gleichzeitig babysitten und essen – das wird nix.
- Sehen Sie auch das Positive: Noch nie waren Ihnen Turbulenzen (also die außerhalb des Flugzeugs) so egal!
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