Kleinvölkerwanderung
Dieses Blog erscheint unter falschem Namen.
Es müsste umbenannt werden.
Korrekt wäre: Rabenvaterzeitschrift.
Wobei sich die Rabenväterlichkeit nicht tatsächlich auf das Kind, sondern zuvorderst gegen Sie, die Leserinnen und Leser, richtet.
Ich will damit sagen: Ich habe Sie vernachlässigt.
Sträflich.
Ich habe versäumt, Ihnen zu berichten, dass sich Henri jetzt fortbewegt.
Und zwar tatsächlich FORT bewegt, also WEG.
Nicht mehr nur im Kreis.
Er robbt, und das sehr schnell, und das Robben ist im Begriff, sich zu einem Krabbeln zu steigern.
Parallel dazu hat er begonnen, sich kniend an allen möglichen, zuvor schier unerreichbaren Dingen hochzuziehen, um aus dieser halb knienden, halb stehenden Position wiederum nach anderen, gerade eben noch viel unerreichbareren Dingen zu hangeln.
Und eben diese berichtenswerten Details sind wiederum der Grund für den Mangel an Berichten.
Erfahrene Eltern benötigen diese Information nicht.
Erfahrene Eltern wissen, warum ich keine Zeit mehr habe, so etwas Schnödes wie ein Blog zu pflegen.
Weil ich jetzt die Feuerwehr bin.
Weil ich mich in einem fortwährenden Zustand der Alarmbereitschaft befinde.
Weil ich wie ein Sprinter gebückt am Boden knie, dauerhaft gefangen im Moment vor dem Startschuss, das Leben ein einziges „AufdiePlätzeFERTIG...!“
Immer auf dem Sprung.
Weil ich permanent darauf achten muss, dass unsere kleine Robbe nicht zum nächsten Stromkabel robbt, um dieses mit seinem ersten Zahn – Habe ich nicht erwähnt? Sehen Sie, sehen Sie! – genüsslich anzunagen. Weil ich ständig einem vor mobiler Freude quietschenden Krabbel-O-Mat nacheile, bevor dieser sich in der Duschkabinentür die Finger klemmt, ins Klo greift oder sich Blumenerde aus dem Zimmerpflanzenkübel in den Mund schaufelt.
Es ist eine anstrengende Jagd, die schön begann.
Natürlich haben wir uns riesig gefreut, als Henri sich uns zum ersten Mal armkurbelnd entgegenschob. Gejubelt haben wir. Auch als er zum ersten Mal den Hintern zu einem zaghaften Krabbeln hob.
Gejubelt haben die Entdecker der Atomenergie im ersten Moment sicherlich auch.
Und plötzlich merken die Jubelnden, welche Naturgewalten da entfesselt wurden...
Freunde mit älteren Kindern haben uns immer mit gehetztem Blick gewarnt, wir würden uns noch wehmütig in die Zeit zurücksehnen, als Henri noch nichts konnte außer rollen und rülpsen. Recht hatten sie! Aber wem nützt das jetzt – und was? Wer hätte es verhindern wollen – wie und zu welchem Preis?
Nein, Krabbeln ist großartig. Und Laufen erst, hach: Laufen. Toll!
Da gibt es kein Vertun.
Nein, da müssen wir jetzt durch.
Nein, da dürfen wir jetzt nicht aufgeben.
Nein, nein, nein.
Nein.
Nein, Henri.
Nicht die Schublade.
NEIN!
Es müsste umbenannt werden.
Korrekt wäre: Rabenvaterzeitschrift.
Wobei sich die Rabenväterlichkeit nicht tatsächlich auf das Kind, sondern zuvorderst gegen Sie, die Leserinnen und Leser, richtet.
Ich will damit sagen: Ich habe Sie vernachlässigt.
Sträflich.
Ich habe versäumt, Ihnen zu berichten, dass sich Henri jetzt fortbewegt.
Und zwar tatsächlich FORT bewegt, also WEG.
Nicht mehr nur im Kreis.
Er robbt, und das sehr schnell, und das Robben ist im Begriff, sich zu einem Krabbeln zu steigern.
Parallel dazu hat er begonnen, sich kniend an allen möglichen, zuvor schier unerreichbaren Dingen hochzuziehen, um aus dieser halb knienden, halb stehenden Position wiederum nach anderen, gerade eben noch viel unerreichbareren Dingen zu hangeln.
Und eben diese berichtenswerten Details sind wiederum der Grund für den Mangel an Berichten.
Erfahrene Eltern benötigen diese Information nicht.
Erfahrene Eltern wissen, warum ich keine Zeit mehr habe, so etwas Schnödes wie ein Blog zu pflegen.
Weil ich jetzt die Feuerwehr bin.
Weil ich mich in einem fortwährenden Zustand der Alarmbereitschaft befinde.
Weil ich wie ein Sprinter gebückt am Boden knie, dauerhaft gefangen im Moment vor dem Startschuss, das Leben ein einziges „AufdiePlätzeFERTIG...!“
Immer auf dem Sprung.
Weil ich permanent darauf achten muss, dass unsere kleine Robbe nicht zum nächsten Stromkabel robbt, um dieses mit seinem ersten Zahn – Habe ich nicht erwähnt? Sehen Sie, sehen Sie! – genüsslich anzunagen. Weil ich ständig einem vor mobiler Freude quietschenden Krabbel-O-Mat nacheile, bevor dieser sich in der Duschkabinentür die Finger klemmt, ins Klo greift oder sich Blumenerde aus dem Zimmerpflanzenkübel in den Mund schaufelt.
Es ist eine anstrengende Jagd, die schön begann.
Natürlich haben wir uns riesig gefreut, als Henri sich uns zum ersten Mal armkurbelnd entgegenschob. Gejubelt haben wir. Auch als er zum ersten Mal den Hintern zu einem zaghaften Krabbeln hob.
Gejubelt haben die Entdecker der Atomenergie im ersten Moment sicherlich auch.
Und plötzlich merken die Jubelnden, welche Naturgewalten da entfesselt wurden...
Freunde mit älteren Kindern haben uns immer mit gehetztem Blick gewarnt, wir würden uns noch wehmütig in die Zeit zurücksehnen, als Henri noch nichts konnte außer rollen und rülpsen. Recht hatten sie! Aber wem nützt das jetzt – und was? Wer hätte es verhindern wollen – wie und zu welchem Preis?
Nein, Krabbeln ist großartig. Und Laufen erst, hach: Laufen. Toll!
Da gibt es kein Vertun.
Nein, da müssen wir jetzt durch.
Nein, da dürfen wir jetzt nicht aufgeben.
Nein, nein, nein.
Nein.
Nein, Henri.
Nicht die Schublade.
NEIN!
Jens Clasen - 7. Aug, 14:11
