Don't talk, just sing?
Die Freundin einer Freundin verkündete dieser kürzlich, sie wolle mit ihrem Kind nur noch singend kommunizieren, um die Verwendung von Babysprache zu vermeiden.
Interessant.
Ich war bei dem Gespräch nicht zugegen, kenne die weiteren Hintergründe nicht und frage mich daher: Was wird sie singen?
Packt sie ihre sehr erwachsen formulierten Botschaften in eine – womöglich immer die gleiche – Melodie?
Oder verwendet sie vorhandenes Liedgut, das zur Situation passt? Bei deutschsprachigen Kinderliedern stößt man da – je nach Komplexität der Situation – bald an seine Grenzen. Und ist schnell wieder bei der Kindersprache.
Mein Vorschlag: Deutsche Versionen internationaler Hits erstellen, die zu den jeweiligen Situationen passen.
Einige Beispiele gefällig?
Situation: Kind ist hingefallen.
Babysprache: „Oh, hadda Bauz demacht, uiuiui!“
Zu beleihender Song: „Catch me I’m falling“ von Real Life (Jaja, die 80er)
Deutscher Text: „Platsch! Hingefaaallen/ Daaas tut weh/ Soll ich mal puuusten?/ Komm mal her!“
Situation: Kind hat den Brei sprühprustend in der Küche verteilt.
Babysprache: „Oh, willtu nimmer essen Breili-Brei?“
Zu beleihender Song: „Itsy-Bitsy-Teenie-Weenie Honolulu Strand-Bikini“ von den Blue Diamonds
Deutscher Text: „Eins. Zwei, Brei, ja was ist denn schon dabei? Das bisschen Itsy-Bitsy Mini-Weenie Bio-Hafer-Schleim-Geschmiere/ kann man doch wohl ganz schnell entfer’n/ Son’ bisschen Itsy-Bitsy Mini-Weenie Bio-Hafer-Schleim-Geschmiere/ dafür schrubb’ ich die Küche doch gern!“
Situation: Kind spielt am Stromkabel herum.
Babysprache: „Nanana, dududu nis an die bösibösi Kabeli geh!“
Zu beleihender Song: „Das Model“ von Kraftwerk
Deutscher Text: „Du kaust am Kabel/ das sieht nicht gut aus./ Vielleicht zieh’n wir lieber mal den Stecker raus.“
Situation: Kind hat die Windel bis zum Rand gefüllt.
Babysprache: „Oh, hattu aba droooßen Haufen demacht, fein!“
Zu beleihender Song: Big, big girl von Emilia
Deutscher Text: „Da ist ein dickes Ding/ in deiner Windel drin./ Das riecht nicht gut/ wir müssen wiiickeln.“
Situation: Kind ist wieder hingefallen. (Kommt ja dauernd vor.)
Babysprache: „Oh, hadda scho wieda Bauz demacht, uiuiui!“
Zu beleihender Song: Catch my fall von Billy Idol
Deutscher Text: „Autsch gefall’n/ Bist du gestolpert?/ Autsch gefall’n/ Das hat geknallt!“
Von dieser Stelle noch die Anmerkung: Kinder mögen Babysprache. Und es ist ihrer Entwicklung förderlich, wenn die Eltern sich ihnen gegenüber in einer vereinfachten, zärtlichen Sprechweise äußern. Das haben sogar Studien belegt, glaube ich. Peinlich ist das Ganze nur für die Erwachsenen. Aber man muss das Dutzidutzi ja nicht exzessiv betreiben. Schließlich kann man mit seinen Kindern auch ganz normal reden, selbst wenn sie noch sehr klein sind – nicht wahr, Henri?
„Halt die Fresse, Opa, und mach endlich den Brei warm!“
Sag ich doch.
Interessant.
Ich war bei dem Gespräch nicht zugegen, kenne die weiteren Hintergründe nicht und frage mich daher: Was wird sie singen?
Packt sie ihre sehr erwachsen formulierten Botschaften in eine – womöglich immer die gleiche – Melodie?
Oder verwendet sie vorhandenes Liedgut, das zur Situation passt? Bei deutschsprachigen Kinderliedern stößt man da – je nach Komplexität der Situation – bald an seine Grenzen. Und ist schnell wieder bei der Kindersprache.
Mein Vorschlag: Deutsche Versionen internationaler Hits erstellen, die zu den jeweiligen Situationen passen.
Einige Beispiele gefällig?
Situation: Kind ist hingefallen.
Babysprache: „Oh, hadda Bauz demacht, uiuiui!“
Zu beleihender Song: „Catch me I’m falling“ von Real Life (Jaja, die 80er)
Deutscher Text: „Platsch! Hingefaaallen/ Daaas tut weh/ Soll ich mal puuusten?/ Komm mal her!“
Situation: Kind hat den Brei sprühprustend in der Küche verteilt.
Babysprache: „Oh, willtu nimmer essen Breili-Brei?“
Zu beleihender Song: „Itsy-Bitsy-Teenie-Weenie Honolulu Strand-Bikini“ von den Blue Diamonds
Deutscher Text: „Eins. Zwei, Brei, ja was ist denn schon dabei? Das bisschen Itsy-Bitsy Mini-Weenie Bio-Hafer-Schleim-Geschmiere/ kann man doch wohl ganz schnell entfer’n/ Son’ bisschen Itsy-Bitsy Mini-Weenie Bio-Hafer-Schleim-Geschmiere/ dafür schrubb’ ich die Küche doch gern!“
Situation: Kind spielt am Stromkabel herum.
Babysprache: „Nanana, dududu nis an die bösibösi Kabeli geh!“
Zu beleihender Song: „Das Model“ von Kraftwerk
Deutscher Text: „Du kaust am Kabel/ das sieht nicht gut aus./ Vielleicht zieh’n wir lieber mal den Stecker raus.“
Situation: Kind hat die Windel bis zum Rand gefüllt.
Babysprache: „Oh, hattu aba droooßen Haufen demacht, fein!“
Zu beleihender Song: Big, big girl von Emilia
Deutscher Text: „Da ist ein dickes Ding/ in deiner Windel drin./ Das riecht nicht gut/ wir müssen wiiickeln.“
Situation: Kind ist wieder hingefallen. (Kommt ja dauernd vor.)
Babysprache: „Oh, hadda scho wieda Bauz demacht, uiuiui!“
Zu beleihender Song: Catch my fall von Billy Idol
Deutscher Text: „Autsch gefall’n/ Bist du gestolpert?/ Autsch gefall’n/ Das hat geknallt!“
Von dieser Stelle noch die Anmerkung: Kinder mögen Babysprache. Und es ist ihrer Entwicklung förderlich, wenn die Eltern sich ihnen gegenüber in einer vereinfachten, zärtlichen Sprechweise äußern. Das haben sogar Studien belegt, glaube ich. Peinlich ist das Ganze nur für die Erwachsenen. Aber man muss das Dutzidutzi ja nicht exzessiv betreiben. Schließlich kann man mit seinen Kindern auch ganz normal reden, selbst wenn sie noch sehr klein sind – nicht wahr, Henri?
„Halt die Fresse, Opa, und mach endlich den Brei warm!“
Sag ich doch.
Jens Clasen - 29. Jul, 12:55
