Wassermarsch
Schonmal den Spruch gehört, dass Kinder einen dazu bringen, die Welt neu zu entdecken? Sie mit ihren Augen zu sehen, Augen, die sich noch an absolut gar nichts gewöhnen konnten?
Etwas abgestanden, der Spruch, ja.
Aber er stimmt.
Beispiel: Babyschwimmen.
Ist ja ohnehin schon süß, wie dieser kleine Kerl, zur Hälfte Kopf, zur Hälfte Körper, da zappelnd, plantschend, strampelnd auf etwas zittrigen Vaterhänden durchs Wasser jauchzt.
Aber das wirklich Irre ist dieser frühkindliche Blick aufs Wasser.
Diese Faszination, wie ich etwas sehen kann, wie es glitzert und sich verformt – aber es trotz vieler Platschehandversuche nicht greifen kann.
Wie ich in dieses Etwas eintauchen und fühlen kann, dass es anders ist, als das Etwas, aus dem ich komme, also die Luft, wie es dadurch wärmer wird um mich herum und auch irgendwie dichter, wie meine Bewegungen auf einmal viel schwerfälliger werden – und ich mich trotzdem plötzlich ganz leicht fühle.
Wie ich dieses Etwas in den Mund nehmen und auch schlucken, ja: mich sogar daran VERschlucken und dann ganz prima in das Etwas hinein kotzen kann.
Wie auch andere große Menschen durch dieses Wasser gleiten und sich leicht fühlen und ganz prima von mir nass spritzen lassen.
Jaja, Badefreuden.
Für mich war allerdings das Faszinierendste, dass ich mir 20 Mal das Gegenteil einreden kann – und dann doch vergesse, die Geldbörse aus den Badeshorts zu nehmen, bevor ich damit ins Wasser gehe. Die hatte ich wohlweislich bereits zuhause angezogen (war ja sommerlich warm, nicht wahr), um im Schwimmbad Zeit zu sparen. Diese Zeit konnte ich dann dazu nutzen, mit Henri auf dem Arm fluchtartig das herrlich warme Wasser zu verlassen, die Treppe hinab in die Umkleide zu stürmen, um – einhändig, of course! – Fahrkarte, Quittungen und Geldscheine durch heftiges Handtuchtupfen einigermaßen zu retten.
Henri betrachtete diesen hektischen Tanz mit gerunzelter Stirn.
Ich bin mir sicher, er hatte auch darauf einen ganz eigenen, faszinierten Blick.
Etwas abgestanden, der Spruch, ja.
Aber er stimmt.
Beispiel: Babyschwimmen.
Ist ja ohnehin schon süß, wie dieser kleine Kerl, zur Hälfte Kopf, zur Hälfte Körper, da zappelnd, plantschend, strampelnd auf etwas zittrigen Vaterhänden durchs Wasser jauchzt.
Aber das wirklich Irre ist dieser frühkindliche Blick aufs Wasser.
Diese Faszination, wie ich etwas sehen kann, wie es glitzert und sich verformt – aber es trotz vieler Platschehandversuche nicht greifen kann.
Wie ich in dieses Etwas eintauchen und fühlen kann, dass es anders ist, als das Etwas, aus dem ich komme, also die Luft, wie es dadurch wärmer wird um mich herum und auch irgendwie dichter, wie meine Bewegungen auf einmal viel schwerfälliger werden – und ich mich trotzdem plötzlich ganz leicht fühle.
Wie ich dieses Etwas in den Mund nehmen und auch schlucken, ja: mich sogar daran VERschlucken und dann ganz prima in das Etwas hinein kotzen kann.
Wie auch andere große Menschen durch dieses Wasser gleiten und sich leicht fühlen und ganz prima von mir nass spritzen lassen.
Jaja, Badefreuden.
Für mich war allerdings das Faszinierendste, dass ich mir 20 Mal das Gegenteil einreden kann – und dann doch vergesse, die Geldbörse aus den Badeshorts zu nehmen, bevor ich damit ins Wasser gehe. Die hatte ich wohlweislich bereits zuhause angezogen (war ja sommerlich warm, nicht wahr), um im Schwimmbad Zeit zu sparen. Diese Zeit konnte ich dann dazu nutzen, mit Henri auf dem Arm fluchtartig das herrlich warme Wasser zu verlassen, die Treppe hinab in die Umkleide zu stürmen, um – einhändig, of course! – Fahrkarte, Quittungen und Geldscheine durch heftiges Handtuchtupfen einigermaßen zu retten.
Henri betrachtete diesen hektischen Tanz mit gerunzelter Stirn.
Ich bin mir sicher, er hatte auch darauf einen ganz eigenen, faszinierten Blick.
Jens Clasen - 27. Jun, 16:47
