Animalisches Vergnügen
Geht ein Vater mit seinem 8 Monate alten Sohn in den Zoo.
Um ihm die Elefanten zu zeigen.
Denkt: Große Tiere, großes Staunen, große Kinderaugen = Toller Papa.
M-hm. Denkste.
Jeder U-Bahn-Sitz auf der Hinfahrt hat mehr Applaus bekommen.
Im Zoo dann: Nix.
Klein-Henri (8 kg) hängt mit seinem Safari-Hut im Ergo-Baby-Carrier vor dem Bauch seines Vaters (80 kg), schaut einem Elefanten (6.000 kg) ins berüsselte Gesicht und zeigt die Gelassenheit eines alten Großwildjägers. Kurzes Aufblicken, Blinzeln, Gähnen – tschüs. Die Elefantenherde ist nicht annähernd so interessant wie die US-Kleinfamilie, die sich gerade von einem Hamburger Rentner davor fotografieren lässt.
Sind die Tiere so groß, dass er sie nicht sieht? So ähnlich wie den Wald vor Bäumen nicht finden? Oder passen sie einfach nicht in sein Babywelt-Raster? Alles was größer ist als Papa und sich bewegt, muss Papas Auto sein, und Papas Auto stinkt?
Oder will er mich provozieren?
Kannste haben, Kleiner.
Und-ab-dafür.
Wie findest du – Pelikane?
Hm, och, na ja. Federn und Schnäbel halt.
Giraffen?
Uiuiui, da will man ja keine Halsschmerzen haben. Dideldum. Oh, so eine hübsche Plastiktüte.
Kamele!
(Gähn.)
Haie, Rochen, Farbenfische in einem Zig-Tausend-Liter-Aquarium!
Eh, jaja. Hey, das Kind da hat eine tolle Mütze auf.
Gut, okay. Ich gebe auf.
Gehen wir nach Hause.
Auf dem Weg an den Gehegen vorbei zum Ausgang dann plötzlich: Kieksen, Quieken, Jodeln, Tröten.
La Ola im Baby-Carrier.
Der Funkelstern des Tieruniversums ist gefunden, die Begeisterung schlägt hohe Wellen, wir stehen vor der fantastischsten Fauna-Sensation von Hagenbecks Tierpark.
Glückliches Augenleuchten, heftiges Armwackeln, große Freude.
Ich lasse resigniert die Schultern sinken und richte mich seitlich in Richtung des Geheges aus, so dass mein Sohn das Rudel Meerschweinchen, das da vor Miniaturhütten herumturnt und sich um Mohrrüben keilt, besser sehen kann.
Die Formel muss also lauten:
Toller Papa = Kleine Tiere, großes Staunen, große Kinderaugen.
Um ihm die Elefanten zu zeigen.
Denkt: Große Tiere, großes Staunen, große Kinderaugen = Toller Papa.
M-hm. Denkste.
Jeder U-Bahn-Sitz auf der Hinfahrt hat mehr Applaus bekommen.
Im Zoo dann: Nix.
Klein-Henri (8 kg) hängt mit seinem Safari-Hut im Ergo-Baby-Carrier vor dem Bauch seines Vaters (80 kg), schaut einem Elefanten (6.000 kg) ins berüsselte Gesicht und zeigt die Gelassenheit eines alten Großwildjägers. Kurzes Aufblicken, Blinzeln, Gähnen – tschüs. Die Elefantenherde ist nicht annähernd so interessant wie die US-Kleinfamilie, die sich gerade von einem Hamburger Rentner davor fotografieren lässt.
Sind die Tiere so groß, dass er sie nicht sieht? So ähnlich wie den Wald vor Bäumen nicht finden? Oder passen sie einfach nicht in sein Babywelt-Raster? Alles was größer ist als Papa und sich bewegt, muss Papas Auto sein, und Papas Auto stinkt?
Oder will er mich provozieren?
Kannste haben, Kleiner.
Und-ab-dafür.
Wie findest du – Pelikane?
Hm, och, na ja. Federn und Schnäbel halt.
Giraffen?
Uiuiui, da will man ja keine Halsschmerzen haben. Dideldum. Oh, so eine hübsche Plastiktüte.
Kamele!
(Gähn.)
Haie, Rochen, Farbenfische in einem Zig-Tausend-Liter-Aquarium!
Eh, jaja. Hey, das Kind da hat eine tolle Mütze auf.
Gut, okay. Ich gebe auf.
Gehen wir nach Hause.
Auf dem Weg an den Gehegen vorbei zum Ausgang dann plötzlich: Kieksen, Quieken, Jodeln, Tröten.
La Ola im Baby-Carrier.
Der Funkelstern des Tieruniversums ist gefunden, die Begeisterung schlägt hohe Wellen, wir stehen vor der fantastischsten Fauna-Sensation von Hagenbecks Tierpark.
Glückliches Augenleuchten, heftiges Armwackeln, große Freude.
Ich lasse resigniert die Schultern sinken und richte mich seitlich in Richtung des Geheges aus, so dass mein Sohn das Rudel Meerschweinchen, das da vor Miniaturhütten herumturnt und sich um Mohrrüben keilt, besser sehen kann.
Die Formel muss also lauten:
Toller Papa = Kleine Tiere, großes Staunen, große Kinderaugen.
Jens Clasen - 8. Jul, 08:37
